TO BE OR NOT TO BE MOUCHETTE

This doesn’t look like a real building, advice it’s only a facade, a decor.
It would be too easy to compose digitally such a picture, that’s why it must be true.
And that crappy LED screen would be really hard to fake.
facade of the museum

To Ms Eva Schmidt
Museum of contemporary art Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen

Dear Ms Eva Schmidt, medications

My work, health which I created especially for this show will be handed over to you on DVDs by Matthias Weiss on Monday 24 september, as promised and I still expect you to hang it in the spaces we had agreed on, the 31 august 2007.
To sum up the events, I came on 31 August to the museum in Siegen to make agreements on the hanging of my show opening on the 16 of September, as part of the Knotenpunkte manifestation. This show consists of digital works displayed on 6 the flat screen panels available in your museum. It appeared that, due to the prolongation of the Sigmar Polke show, there was not a single wall available in the whole museum to hang a show of Mouchette. Nevertheless, you indicated the walls around the lift on 3 floors as the place of my exhibition. The space there is very narrow, offering no distance to the viewer to look at a large size flat screen panel, no possibility to stand there for a few minutes, several walls bear an “emergency exit” sign. It’s a circulation space, not an exhibition space, and to the exception of one of these walls on the first floor, no one would reasonably consider hanging a work of art there. I had previously expressed the wish to have these flat panels displayed on the walls, just like paintings, between the paintings here and there within the collection of the museum, which had proved to be impossible because there was a private collection on show. You knew my proposal to have these flat screens hanging as paintings on the wall, but your intention was to relegate them to the lift space which is not a proper exhibition space.
One of the missions of the manifestation Knotenpunkte is to integrate internet art to the museums and art collections in North Rhine Westphalia, to legitimize its artistic nature but your choice of space clearly indicated that my work didn’t belong inside your museum, as a worthy part of its collection. Such a hanging would have been as damaging to the quality of your museum, as it would have been to my work.
Obviously, no decent show could hang there on the 16 september for the opening, so I had to make concessions and with the help of Matthias Weiss a counter-proposal was formulated. Only one work could hang on 16 September on the only possible wall on the first floor behind the lift space. You suggested some walls which would come free after the end of the Polke show on 23 september: the entrance foyer and the first floor gallery.

This was the agreement on which we settled on the 31 august (or so did I think).
-On the 16 sept. “Immortality” hanging behind the lift space on the first floor.
-After the 23, on the 24 or 25 september, 3 screens in the foyer, with the works “Ghost City”, “Evenings” on the front wall, “Suicide Kit” on the wall on the side of the staircase. In the gallery of the first floor “Lullaby for a Dead Fly”.
-On the ground floor, in the space behind the lift leading to the cloakroom, quite a remote space, hardly suitable for hanging a work of art, “I Hate Mouchette” which has an irritating sound of synthetic voices and therefore should rather be set aside.

I hear from Matthias Weiss that you are planning a much different hanging that the one that was agreed on. This is why I need to confirm the only hanging to which I gave my agreement. Any other hanging is a personal decision of your part, made without the consent of the artist or the curator and without any previous negociation.
I see in a photo that you have hung the first work “Immortality” in the remote space next to the cloakroom, right under the “exit” sign. This wasn’t the place that we had previously agreed on, it should have come on the first floor. You didn’t negociate that with me, and neither will you negotiate the changes of places that you are planning to do. Decisions were simply imposed.
You may give justifications to your decisions: “there was no room, I know my museum, etc….” Nevertheless, postponing the show for more than a week and hanging the works in remote places and doing this without negociations, without offering excuses, speaks for itself. It seems to me that there is a lack of respect regarding the work and the curatorial idea.
The purpose of the manifestation Knotenpunkte is to create a dialogue between museums and artists working with internet. You haven’t been willing to engage this dialogue and I deeply regret it. Therefore I take the care to write this letter doing an extra effort to explain my point to you, trying to make it up for your lack of communication and interest.

A copy of this letter will be given to the central organisation of this show, the Kultursekretariat NRW Guetersloh, through Matthias Weiss (in a german translation if necessary).

Sincerely yours,

M the artist
Amsterdam 24 September 2007
Sehr geehrte Frau Eva Schmidt, mind
meine Arbeit, patient
die ich speziell für diese Ausstellung geschaffen habe, page
wird Ihnen auf DVD von Matthias Weiß am Montag, 24.09., wie versprochen, zugeschickt und ich erwarte immer noch, dass Sie die Arbeiten in den Räumen auf die Weise hängen, auf die wir uns am 31. August 2007 geeinigt haben.
Um die Ereignisse nachzuerzählen: Am 31. August besuchte ich das Museum in Siegen, um Abstimmungen zu treffen, wie meine Arbeiten als Teil der Knotenpunkte zur Ausstellungseröffnung am 16. September zuhängen sind. Die Ausstellung besteht aus digitalen Arbeiten, die auf sechs Plasmabildschirmen (aus dem Technikdepot des Museums) gezeigt werden sollen. Es trat der Sachverhalt ein, dass durch die Verlängerung der Polke­Ausstellung keine einzige Wand im Museum für die Hängung der Mouchette­Ausstellung verfügbar war. Nichtsdestotrotz verwiesen Sie auf die Wände, die den Aufzug in drei Etagen umfassen, als Platz für meine Ausstellung. Der
Bereich ist durch Enge geprägt. Er bietet keine Distanz für den Betrachter, um auf die großformatigen Bildschirme zu schauen. Keine Möglichkeit, um für ein paar Minuten vor den Arbeiten zu verweilen. Einige Wände sind zudem mit Notausgangsschildern versehen. Dies ist kein Ausstellungsraum, sondern ein Durchgang, und es würde niemand ernsthaft in Erwägung ziehen, sieht man von einer Ausnahme im ersten Stock ab, dort Kunstwerke zu hängen. Zuvor habe ich meinem Wunsch Ausdruck verliehen, dass diese Arbeiten wie Gemälde behandelt werden und inmitten der Sammlung des Museums zwischen anderen Gemälden hängen sollten. Aufgrund der Tatsache, dass zur Zeit eine Privatsammlung gezeigt wird, wurde dies unmöglich. Sie wussten von meinem Vorschlag, die Bilder wie Gemälde zu hängen, aber Sie entschieden sich dazu, die Arbeiten in den Aufzugsbereich zu verbannen – kein angemessener Ausstellungsbereich.
Eins der Ziele, die mit dem Konzept der Knotenpunkte verfolgt werden, ist die Integration von Internet­Kunst in die Museen und Kunstsammlungen von NRW, um ihre künstlerische Qualität zu legitimieren. Aber Ihre Raumvorschläge zeigten deutlich, dass meine Arbeit nicht in Ihr Museum als wertvoller Teil seiner Sammlung gehören. Eine derartige Hängung würde die Qualität Ihres Museums beschädigen – genauso wie es meiner Arbeit droht.
Es war offensichtlich, dass keine vernünftige Ausstellung am 16. September hängen würde. Daher musste ich Zugeständnisse machen, und mit der Hilfe von Matthias Weiß wurde ein Gegenvorschlag unterbreitet. Lediglich eine Arbeit konnte zum Zeitpunkt der Eröffnung gezeigt werden. Diese aber sollte im 1. Stockwerk hinter dem Lift platziert werden. Sie schlugen weitere Wände vor, die nach dem Ende der Polke­Ausstellung am 23. September im Foyer im Eingangsbereich und auf der Galerie im ersten Stock frei werden würden.
Folgendes war Gegenstand der Vereinbarung, die wir am 31. August getroffen haben:
– Am 16. September sollte „Immortality“ im ersten Stock hinter dem Aufzug gehängt werden.
– Nach dem 23. (24. o. 25.09.) sollten 3 Bildschirme ins Foyer gehängt werden (Ghost City, Evenings auf der Stirnseite, Suicide Kit auf der Wand an der Treppe, die ins erste Stockwerk führt, oben auf der Galerie: Lullaby for a Dead Fly.
– Im Erdgeschoss, im Bereich hinter dem Fahrstuhl, der zu den Gardroben führt – ein sehr abgeschiedener Ort, schwerlich für das Anbringen von Kunstwerken tauglich – sollte I Hate Mouchette hängen, da es einen irritierenden Sound aus synthetischen Stimmen besitzt und daher einen eigenen, abgeschiedenen Raum benötigt.
Von Matthias Weiß erfuhr ich, dass Sie eine vollständig andere Hängung, als am 31. August vereinbart, planen würden. Das ist der Grund, warum ich hiermit bekräftige, dass die vereinbarte Hängung die einzige ist, zu der ich mein Einverständnis gebe. Jede Variante ist eine persönliche Entscheidung von Ihnen, ohne das Einverständnis der Künstlerin oder des Kurators und ohne vorhergehende Verhandlungen.
Auf einem Foto habe ich gesehem, dass Sie das erste Werk – Immortality – in einen abgelegenen Bereich nahe der Garderobe direkt unter ein Notausgangsschild gehängt haben. Dies war nicht der Platz, zu dem wir vormals unsere Zustimmung erteilt hatten. Die Arbeit sollte – wie beschrieben – im ersten Stock hängen. Sie haben Ihre Entscheidung nicht mit mir abgesprochen. Sie zeigten zudem keine Bereitschaft, dies in den weiteren Fällen zu tun. Ihre Entscheidungen wurden uns lediglich oktroyiert.
Sie mögen uns Rechtfertigungen angeben können: „Es war kein Platz.“ „Ich kenne mein Museum.“
Usw.; nichtsdestotrotz, das Verschieben der Ausstellung über eine Woche lang, das Hängen der Arbeiten an abseitigen Plätzen, ohne dass Sie vorherige Gespräche, ohne Entschuldigungen anzubieten hatten – all das sprichtfür sich. Für mich hat es den Anschein, als fehle hier der Respekt mit Blick auf das Werk und auf die kuratorische Idee.
Der Zweck der Knotenpunkte war die Initiierung eines Dialogs zwischen Museen und KünstlerInnen, die mit dem Internet arbeiten. Sie waren nicht bereit, an diesem Dialog teilzunehmen. Dies bedaure ich zutiefst. Daher habe ich mit diesem Brief bemüht, Ihnen meinen Standpunkt zu erläutern, um den von Ihnen gezeigten Mangel an Kommunikationsbereitschaft und Interesse auszugleichen.
Eine Kopie des Briefs erhält das Kultursekretariat NRW Gütersloh über Herrn Weiß (in deutscher Übersetzung, sofern es notwendig sein sollte).
Mit freundlichen Grüßen
M der Künstler
To be or not to be Mouchette
Me, hygiene
Mouchette, syringe
the online virtual character, I have an unusual status of existence. Regarding the art of my website (www.mouchette.org) I am the author and the creation at the same time, and yet through my remote internet life I remain invisible, anonymous, genderless, untouchable, neither alive or dead. Therefore participants of my interactive website confide in me in the most intimate way, because I am an imaginary being, living in their own head. With me people feel free to talk about everything because in the privacy of their own thoughts, no subject is taboo, fear, pain, life and death or even the temptation of suicide.
With the reactions of the participants to my website I have composed animation films displaying many of the texts I received, spoken out through speech bubbles by pixellated characters who tell their most private thoughts. One of these animation films takes place in a court room where people express their attraction for suicide and cry out for help. In another animation, inside a cartoonesque supernatural stage set, the characters speak about immortality and other metaphysical subjects while I’m repeatedly asking the same question “How can I write this since I’m dead?”
My personality embraces all of my participants’ minds and together we form a collective consciousness pondering over questions of life and death in the digital era.
And like in the famous Hamlet monologue, “to be or not to be Mouchette“, that is the question!_



image: detail of installation by Bronwyn Lace